Quarantäne, Sammelunterkünfte

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Steinruck, sehr geehrte Frau Steeg,

wir wissen, dass Sie in Bezug auf die Coronavirus-Gefahr in den Sammelunterkünften ganz ohne amtliche Empfehlungen oder Anweisungen auskommen müssen. Das ist ein Versäumnis der Ministerien oder des Robert Koch Institutes. So können wir uns auch die vielen Probleme erklären, die in derstädtischen Regelung der Krise auftreten. Auch wir selbst haben nicht mehrere Schritte vorausdenken können und uns auf den sicher richtigen Hinweis beschränkt, die Unterkünfte in möglichst kleine Gruppen zu unterteilen. In der heutigen Rheinpfalz stand, dass die Männer, die wegen der Infektion 14Tage in Quarantäne gewesen seien, nach einem negativen Test wieder zurück in ihre „ursprüngliche Unterkunft“ zurückgehen. Sollen sie weiter in Quarantäne sein? Bekommen sie dann freien Ausgang? Mit einem Ausweis für die Kontrolle der Security? Ist das medizinisch sinnvoll, sie aus einer Quarantäne heraus ausgehen zu lassen? Jedenfalls ist es unmöglich, sie gegen ihren Willen weiter ohne Ausgang in Quarantäne zu lassen. Es müssen inzwischen etwa elf oder mehr Männer sein. Wir schlagen vor, den betroffenen Männern die Wahl zu lassen, ob sie wieder in die Mannheimer Straße oder in eine WG mit den Genesenden mit freiem Ausgang gehen wollen. Wir weisen nochmal auf die Wohnungen im Hedwig Laudien-Ring hin. Die Vorbeugemaßnahmen in den anderen Unterkünften sind unseres Erachtens völlig ungenügend und beschränken sich nach unserer Beobachtung auf die laminierten Plakate in den Sanitärräumen und Küchen. Auch wenn man sagen kann, dass jeder Mensch seine Seife und Handtuch zum häufigen Händewaschen selbst besorgen muss, so ist doch der besonderen Gefahr der Infektion in den Sammelunterkünften überhaupt nicht Genüge getan. So wie es jetzt ist, werden die BewohnerInnen ihrem Schicksal überlassen. Gibt es dann eine Infektion, wird die äußerst kostspielige und zermürbende und lang anhaltende Quarantäne verhängt. Was wäre z.B. mit den Familien, wenn im Rampenweg die Infektion aufträte? Wir möchten Sie dringend bitten, in den Unterkünften in jedem Sanitärraum und jeder Küche Seifenspender und Einmalhandtücher zu installieren und für jedes Stockwerk einen Spender für die Händedesinfektion. Wieweit Flächendesinfektionen hilfreich sind um einer Verbreitung des Virus vorzubeugen, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, das wäre vom Gesundheitsamt zu entscheiden. Wir sprechen Ihrer Leistung und Ihrer Mühe unsere volle Anerkennung aus, sind auch gerne bereit zu helfen. Bitte bleiben Sie gesund!


Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Eckhard

Ludwigshafen, den 20.4.2020